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Bluthochdruckkrankheit - eine unterschätzte Gefahr

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Was ist der Blutdruck eigentlich?

Herz und Gefässe bilden ein in sich geschlossenes Transportsystem, in dem das Blut als Transportmittel zur Ver- und Entsorgung der Körperorgane dient und daher mit einem entsprechenden Druck befördert werden muss.

Die Regulation des Blutdruckes erfolgt nerval und humoral; Ziel ist die Aufrechterhaltung eines konstanten basalen Blutdruckes.

Der Blutdruck ist keine konstante Grösse, sondern unterliegt vielfältigen Einflüssen des Lebens.

  • Abhängigkeit des Blutdruckes vom Alter
  • Tageszeitlich bedingte Schwankungen
  • Situative Blutdruckschwankungen

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Geschichte der Blutdruckmessung

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Wie kann ich den Blutdruck messen?

Gebräuchlichstes Verfahren zur Blutdruckmessung:

  • Methode nach Riva-Rocci und Korotkov mittels Sphygmomanometer.

Die Blutdruckmanschette muss dem Armumfang angepasst werden.

Blutdruckmessung unter weitgehend standardisierten Bedingungen:

  • 3-5 Minuten Ruhe vor jeder Messung.
  • Vor Anlage der Blutdruckmanschette den Arm von Kleidungsstücken befreien.
  • Bei Erstmessung Blutdruck an beiden Armen messen
  • Bei Erstmessung Blutdruck zusätzlich im Stehen messen.
  • Bei Folgemessungen die einmal gewählte Position des Patienten beibehalten.

Eine Eichung der Blutdruckmessgeräte muss mindestens alle 2 Jahre erfolgen.

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Ambulante 24-Stunden-Blutdruckmessung (ABDM)

  • Zur Einschätzung der tatsächlichen Blutdrucksituation am zuverlässigsten.
  • Parameter: Blutdruckniveau und zirkadiane Rhythmik.
  • Normwerte:
    • Obergrenze für Tagesmittelwert: 135/85 mmHg
    • Obergrenze für 24 Stunden Mittelwert: 130/80 mmHg
    • Obergrenze für Nachtmittelwerte: 120/70 mmHg
    • Häufigkeit von Werten > 140/90: bis 20%
    • Nächtlicher Blutdruckabfall: > 10 mmHg

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Wann sprechen wir von einem Bluthochdruck?

  • Optimale Blutdruckwerte: < 120/80 mmHg
  • Normale Blutdruckwerte: < 130/80 mmHg
  • Bluthochdruck: > 140/90 mmHg

bei wiederholter Messung

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Einteilung der arteriellen Hypertonie

  • Essentielle oder primäre Hypertonie (> 90 %):
    • Genese weiterhin nicht geklärt
    • genetische Faktoren, gestörte Na – Homoeostase
  • Sekundäre Hypertonien (< 10 %):
    • Renale Hypertonie (8%)
    • Endokrine Hypertonie (<1%)
    • Aortenisthmusstenose (<1%)

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Häufigkeit der Hypertonie

  • Prävalenz in den westlichen Industrienationen: 20 %
    Mindestens 20 % der Hypertoniker wissen nicht, dass sie einen Bluthochdruck haben; von den bekannten Hypertonikern werden 20 % nicht und 20 % unzureichend behandelt.
  • Die Hypertonieprävalenz nimmt mit dem Lebensalter zu.
    Etwa 45 % aller Patienten über 65 Jahre leiden an einer Bluthochdruckkrankheit.
  • Die Hypertonie stellt ein weit verbreitetes, chronisches Gesundheitsproblem dar.
  • Prävalenz der Hypertonie
    • USA und Kanada 28 %
    • Europa ohne Deutschland 43 %
    • Deutschland 55 %
  • Anteil der behandelten Hypertoniker
    • USA 53 %
    • Deutschland 26 %
  • Unzureichende Blutdruckeinstellung
    • 15 europäische Länder 55 %
    • Deutschland 64 %

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Warum ist die Behandlung des Bluthochdruckes so wichtig?

  • Folgen einer akuten Blutdrucksteigerung
    • Hypertensive Krise: Blutdruckanstieg > 120 mmHG diastolisch
      • Symptome
        Kardial: Angina pectoris, Dyspnoe, HRST
        Zerebral: Kopfschmerzen, Erbrechen, Sehstörungen, Verwirrtheit, Somnolenz, Koma
        Renal: Oligurie, Anurie, Hämaturie, Proteinurie
      • Endorganschäden:
        Hypertensive Enzephalopathie
        Hirninfarkt
        Intrazerebrale Blutung
        Akutes Linksherzversagen mit Lungenödem
        Angina pectoris, Myokardinfarkt
        Dissezierendes Aortenaneurysma
        Hypertensive Retinopathie
        Akutes Nierenversagen
  • Folgen einer chronischen Blutdrucksteigerung
    • 70 % der Hypertoniker versterben an kardiovaskulären Folgeerkrankungen (Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Schlaganfall).
    • Herzbeteiligung = hypertensive Herzerkrankung
      Herzmuskelhypertrophie
      Koronarsklerose
      Herzinfarkt
      Herzinsuffizienz
    • Hirnbeteiligung = ischämische Hirninfarkte (Schlaganfälle)
    • Nierenbeteiligung = hypertensive Nephropathie
      Niereninsuffizienz
    • Gefässbeteiligung = arterielle Verschlusskrankheit

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Metabolisches Syndrom - Das „Tödliche Quartett“

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Behandlungsziele

  • Entscheidung über Behandlung des Bluthochdruckes nicht allein abhängig vom Blutdruckniveau, sondern auch von vorliegenden Risikofaktoren sowie von eventuellen Besonderheiten der persönlichen, medizinischen und sozialen Situation des Patienten.
  • Zielblutdruck auf optimale oder normale Werte (<130/85 mmHg)
    • Jugendliches oder mittleres Lebensalter
    • Diabetiker
    • Niereninsuffizienz
    • Herzinsuffizienz
  • Zielblutdruck auf Werte im oberen Normbereich (<140/90 mmHg)
    • Hypertoniker im höheren Lebensalter

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Wie kann der Bluthochdruck behandelt werden?

  • Einschränkung des Kochsalzverbrauches auf weniger als5 g/Tag
  • Gewichtsabnahme
  • Senkung des Alkoholkonsums unter 30 g/Tag
  • Körperliche Aktivität
  • Abbau von Stressfaktoren
  • Nikotinverzicht
  • Gesunde Ernährung (mehr Obst, Gemüse / weniger tierische Fette)
  • Medikamentöse Behandlung

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Medikamentöse Therapie der arteriellen Hypertonie

Leitlinien der Deutschen Hochdruckliga 2001:

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Auswahl der Antihypertensiva

Auswahl in Abhängigkeit von Zweiterkrankungen:

  • Herzinusffizienz: ACE-Hemmer/AT1-Blocker, Betablocker, Diuretika
  • KHK: ACE-Hemmer/AT1-Blocker, Betablocker, langwirksame Ca-Antagonisten
  • AVK: ACE-Hemmer/AT1-Blocker, Ca-Antagonisten, dilatative Betablocker
  • Diabetes mellitus: ACE-Hemmer, AT1-Blocker, Ca-Antagonisten
  • Hirninfarkt: AT1-Blocker

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Prinzipien der medikamentösen Blutdrucksenkung

  • Vorsichtige langsame Blutdrucksenkung (Wochen – Monate)
  • Behandlungsbeginn mit niedrigen Dosen
  • Möglichst einfaches Therapieschema
  • Berücksichtigung von Begleiterkrankungen und Gesamtmedikation
  • Regelmässige Blutdruckkontrolle auch im Stehen
  • Regelmässige Kontrolluntersuchungen, Frage nach Nebenwirkungen
  • Laborkontrollen in Abhängigkeit vom verwendeten Medikament
  • Änderung der Therapie bei Störungen des Allgemeinbefindens oder bei Nebenwirkungen, eventuell Verzicht auf Blutdrucknormalisierung

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